100 Meisterwerke – Lego Warfare (2016)


lego_warfareWir sehen ein vornehmlich graues Rechteck, umrahmt von einem knallorangenem Rahmen aus schlichtem Holz. Der scharfe Kontrast schmerzt ein wenig und lässt das Auge nicht zur Ruhe kommen. Auf der homogen grauen Fläche prangt ein wild wucherndes Gebilde, dessen Linien nie den Verdacht von Parallelität aufkommen lassen. Asymmetrie als Konzept. Etwas an diesem beunruhigenden Wirrwarr kommt uns bekannt vor … diese unverwechselbaren Noppen. Sie knüpfen ein unsichtbares Band zu unserer Kindheit. Es sieht aus wie Lego. Es ist Lego!

Das undefinierbare Bauwerk im Zentrum erinnert an die filigran-kubistischen Werke der alten grönländischen Meister, die Bildnisse alter Wikingerfrauen aus groben Eisblöcken schufen. Offenbar ist der Künstler davon inspiriert worden. Aber da ist mehr. Lese mehr »

And the Golden Cactus goes to….


 …1&1 Support. Wisst ihr noch, wer Marcel D‘Avis war? Aber sicher! Der Leiter der Abteilung Kundenzufriedenheit bei 1&1, der zeitweise recht Nerv tötend über die Mattscheibe hopste. Seinerzeit konnte ich diesen Spot auch noch relativ entspannt sehen, weil keine akute Betroffenheit vorlag. Nach meinen letzten Erlebnissen bekomme ich bei 1&1 Werbung Blutdruck und bin der festen Überzeugung, dass Herr D’Avis gekündigt hat, die Abteilung abgewickelt wurde oder beides passiert ist.

Die Wurzel allen Übels ist die Unrast. Wir kennen das auch als „never change a running system“. Aber der Reihe nach:
Die Versuchung war einfach zu groß. Das Zuckerstückchen in der Hand des Providers war die 50.000 Flatrate. Als diese Variante dann auch noch diesen Parasiten von Drecks-Arsch-Bestandskunden offeriert wurde, brachen bei mir alle Dämme. Lese mehr »

Offener Brief an Steve J.


Lieber Steve.

Ich hoffe, da wo du jetzt bist, geht es dir gut. Wir alle sind dir sehr dankbar für die vielen nutzbringenden Dinge, die du uns hinterlassen hast und mit denen du unser Leben nachhaltig bereichert hast. Vielleicht hast du ja jetzt Gelegenheit und Muße, sozusagen mit einem gewissen Abstand und der nötigen Gelassenheit, noch ein paar Kleinigkeiten nachträglich zu korrigieren.

Da wäre zunächst das allseits beliebte iPad, das mit seiner nahezu unendlichen Funktionsvielfalt und der beinahe erotisch zu nennenden Haptik Jung und Alt in den Bann und letztlich uns das Geld aus der Tasche zieht. Jeder noch so renitente Computer-Verweigerer versteht auf Anhieb, wie man mit einer lässigen Wischbewegung zum nächsten Bild kommt. Ob man gefühlte 763 Apps mit niedlich plappernden, schnurrenden und pupsenden Kuscheltieren wirklich zum Glücklichsein braucht, ist eine ganz andere Frage.

Aber – es ist eben deutlich hipper Lese mehr »

Komische EM – Teil 2


So, wir haben es versemmelt.
Es wird Zeit, an der EM herumzunörgeln! Warum wird eigentlich frischer Offensiv-Fussball so wenig belohnt?! Ganz offensichtlich sind die Leistungsunterschiede innerhalb Europas so gering, dass faktisch jeder jeden schlagen kann. Man kennt sich in und auswendig. Jedes Spiel ähnelt mehr und mehr einem Schachspiel, wo der vorgegebenen Taktik eine zu hohe Bedeutung zugemessen wird.
Aber bleiben wir faire Sportsleute. Unsere italienischen Freunde haben den Sieg verdient und werden am Sonntag auch Spanien vom Platz fegen. Congratulazioni schon mal jetzt.

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Komische EM – Teil 1


Dass unsere anläßlich der EM völlig überdimensionierte Journalisten-Horde nicht gut mit zu wenigen Nachrichten umgehen kann, haben wir schon oft erlebt. Unser aller Bundes-Jogi kann so charmant aber konsequent die Preisgabe von Informationen verweigern: „Da isch, will mal sagen, …(lautes Luftholen durch die geschlossene Zahnreihe)… momentaaaan nicht mehr zu zu sagen“.

Da wird halt der Schnupfen einer Mücke zum grausamen Tod eines Elefanten hochsterilisiert. Ein simpler Nebensatz von Scholli zur notorischen Faulheit von „Locke“ Gomez wird zur Staatskrise.Was erlaube Mehmet?!
Dabei gibt es so viele interessante Dinge zu beobachten. Ex-Polen spielen bei Deutschland, Ex-Deutsche spielen bei Polen. Bayern spielen für Deutschland. Holländer trainieren Russen. Globalisierung auf’m Platz. Hoffentlich hat das nix mit Geld zu tun! Unseren lieben griechischen Freunden sind jedenfalls vor lauter Krise und Ouzo 12 die Beine schwer geworden. Kleiner Insider-Tipp: Otto ist gerade wieder frei geworden!

Eine unfallfreie Pressekonferenz abzuhalten, ist aber auch nicht so ganz einfach. Da lässt Jogi den Hansi einmal alleine an die Front Vorderseite und schon gehts in die Hose!

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Tankstellen-Arithmetik


Es läuft gut – wenn man zufälligerweise gerade ein Mineralölkonzern ist. Falls man auf der anderen Seite steht, fühlt man sich zunehmend dekadent. Umso mehr, wenn der persönliche Benzinverbrauch zweistellig ist. Da wird so eine Verbrauchsanzeige schon mal zur Anklageschrift. Ich fahre einen SUV (gesprochen Suff) und viel Stadtverkehr.
Eine Wissenschaft für sich sind die Gesetzmäßigkeiten der Preisentwicklung an den Tanksäulen. Hier die Chronologie des Schreckens:

Donnerstag, 23. Februar 2012. Ich habe eine Tankstelle mit 1,579 EUR getroffen, just als mein Auto Benzinmangel beklagt. Glückstreffer! Gemeinsam mit ca. 20 anderen Leidensgefährten genieße ich die Situation und tanke voll. An der Nebensäule verdrückt sich jemand Tränen der Rührung.

Freitag, 24. Februar 2012. Das bevorstehende Wochenende sorgt wie immer für einen spontanen Anstieg der Preise um 7 Cent. 1,649 EUR. Ich denke, man nutzt aus psychologischen Gründen die allgemeine Hochstimmung zum Ende der Arbeitswoche, um den Leuten diesen kleinen Wermutstropfen in den Tankstutzen hinein zu mogeln. Samstag ist der Ärger wieder verflogen.

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Bundespräsident to go


Politik meets Entertainment.

Es ist unbestritten das beherrschende Thema der letzten Wochen und überstrahlt selbst die fortschreitende Euro-Inkontinenz: „Unser junger Bundespräsident Christian Wulff (1959) hat gewaltig Dreck am Stecken und hat damit Amt und Vaterland beschmutzt.“, so die Presse und nicht befreundete Politiker-Kollegen. Jetzt ist es im Detail auch nicht mehr soo wichtig, wie schwerwiegend die im Raum stehenden Vorwürfe an den Grundfesten unserer Moral und Grundordnung rütteln! Kommende Woche wird wahrscheinlich bekannt werden, dass Herr Wulff bei seinem letzten Autokauf ein Set Fussmatten gratis dazu bekommen hat.
Kurz: Es riecht irgendwie unangenehm und alle wollen nun ganz genau wissen, wo der Gestank herkommt. Die Aasgeier kreisen am Himmel über Schloss Bellevue und warten geduldig darauf, dass das weitwunde Tier endlich – stilistisch perfekt auf der großen Freitreppe – verendet.

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Frauen haben auch ihr Gutes…


…philosophierte Loriot in „Pappa ante portas“. Die x-te Wiederaufführung dieses Meisterwerks war eines der wenigen Highlights im Weihnachtsfernsehen 2010. Dieser Film ist eine Fundgrube für jeden engagierten Hobby-Philosophen und geistreiche Komödie zugleich. Ich werde irgendwie nie müde, ein und denselben Gag wieder und wieder zu sehen.  Spätestens bei der köstlichen Dichterlesung mit Lothar Frohwein Lese mehr »