Komische WM – Teil 2

Das Schiedsrichter-Seminar mit Fussball-Rahmenprogramm geht weiter.  Im 2.Teil des Seminars wird es zunehmend anspruchsvoller.
Die aktuelle Lektion beinhaltet Grenzerfahrungen im Umgang mit krassen Fehlentscheidungen. Dazu müssen die Teilnehmer je Spiel mindestens einen Bock vorsätzlich produzieren. Diese Verfehlungen werden in Schwierigkeitsgraden klassifiziert.  Ein unberechtigter Freistoss gibt einen Punkt, gelbe Karte 2 Punkte und so weiter.  Die meisten Punkte gibts für die Nichtanerkennung eines Tores, wenn der Ball bereits im Netz gezappelt hat. Das wären dann satte 12 Punkte. Gleiche Bewertung gibts für „rote Karte an einen gefoulten Spieler, der gerade vom Platz getragen wird“. Besonders eifrige Seminarteilnehmer bringen es schon mal auf knapp 20 Punkte pro Spiel!

Das Spiel Deutschland – England war übrigens nicht Teil des Seminarprogramms, sondern lief völlig regulär ab. Die Aufregung um den Ball, der angeblich  hinter der Torlinie war – völlig überflüssig! Viele Zuseher sind tragischerweise Opfer einer optischen Täuschung geworden.
Man spricht hier von dem gar nicht so seltenen Phänomen der „spontanen Lichtbrechung im Torraum“.  Ähnlich der Lichtbrechung im Wasser („Die Zahnbürste hat einen Knick!„) führt sie zu optischen Verzerrungen. Hervorgerufen wird sie durch Lichtinterferenzen am Tornetz. Erstmalig wurde diese Erscheinung 1966 entdeckt.

Da der sehr gute Schiri von diesem Effekt wusste, hat er dies bei seiner Einschätzung der Situation berücksichtigt und folgerichtig nicht auf Tor entschieden.
Hätte ja eh nichts geändert!

Normaler Fussball unter dem Lichtbrechungseffekt

Normaler Fussball unter dem Lichtbrechungseffekt

Schreibe einen Kommentar