…merkte einer unserer Teilnehmer zu Recht an. Das Gemeine an dieser Redensart ist, dass es im Umkehrschluss die Implikation enthält, dass sich manche Dinge eben doch ändern. Und das war an diesem Wochenende durchaus spürbar. Mehr dazu später.
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Um es vorweg zu nehmen. Das Wurst- und Fleischangebot und der „treue Begleiter“ waren von der gewohnt höchsten Qualität. Nicht einmal die Grillkohle von zweifelhafter Herkunft konnte dem Grillgut spürbar schaden.

Die Teilnehmerzahl ist vorübergehend rückläufig, wofür es sicher sachliche Gründe gibt. Das Wegbleiben von einigen Stamm-Teilnehmer(-innen) wurde einerseits respektiert, aber durchaus auch kritisch gesehen. Immerhin, die Gesamt-Wasserverdrängung der Gruppe konnte knapp über dem zulässigen Grenzwert gehalten werden (das Volumen VG). Um Missverständnissen vorzubeugen: Das gilt nur für die Männchen!

Da die Norddeutschen bei dem Blutwurz den Verzehr eines Teilnehmers kompensieren mussten, legten sie sich kräftig ins Zeug. Das wiederum brachte Nele zu der durchaus zutreffenden Feststellung: „Papa hat schon wieder n’Lüttn intus“.
Nun, aus dem Lüttn wurden zwei ausgewachsene, nuschelnde Affen. Spätnachts, als kein Zeuge mehr anwesend war, hatten wir die glorreiche Idee, den Plätlinsee einmal hin und zurück zu durchschwimmen. Und das haben wir dann auch gemacht…glaube ich.    

Wenn der Freitagabend noch hoffen ließ, dass der Sonnenkönig seinen Job „zu unserer vollen Zufriedenheit“ gemacht hat, so war der Samstag mehr „stets bemüht“. Konkret: Das Wetter war eine einzige, triefende Enttäuschung. Nicht genug, dass die offiziellen Wettervorhersagen deutlich daneben lagen („einzelne Schauer“). Seine Majestät selbst entzog sich seiner Verantwortung und sicher auch einer Bestrafung durch Flucht auf das offene Wasser, begleitet von einer kleinen Schar unverbesserlicher Royalisten. Als er dann auch noch vorzeitig aus dem Camp abreiste, ohne seinen Untertanen auch nur den Hauch eines würdigen Abschieds zu gönnen, war der Skandal da.  Beim zurückgelassenen Volk hab es viele fragende Blicke und betretenes Schweigen. Etwa so, wie die Wahlparty der SPD in NRW am Sonntagabend. Lieber Herr Reiseleiter! So waren die Zeilen der Ode nie zu lesen. Reiseleiter, Sonnenkönig, ohne Euch sind wir so wenig…

Ein im Camp vergessener Ersatz-Akku des Sonnenkönigs wurde absichtlich nicht gefunden.

Ich persönlich quäle mich nunmehr mit der Frage, ob es nicht zu viele Huldigungen in zu kurzer Zeit waren. Psychologen sprechen hier von dem so genannten „Walter-Ulbricht-Komplex“, einer seltenen Unterart des „Ludwig XIV-Syndroms“. Wer weiß.

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Ungeachtet des Wetters haben wir auf unserer Land-und-Leute-Tour viele interessante Dinge gesehen und gelernt. Die Scheune Bollewick ist an sich ganz schnuckelig. Spätestens nach dem dritten Kunstgewerbeladen sieht aber alles irgendwie gleich aus. Da weder Briefmarkenladen noch Baumarkt dabei waren, waren vor allem die Männer bald sehr maulig drauf und wurden von ihren Muttis eingesammelt. Auf zum Essen!

Unser diesjähriger Versuch, die mecklenburgische Gastronomie an den Rand der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft zu treiben, blieb ohne Erfolg. Das Restaurant „Müritz Terrasse – Steakpfeffer by Maik“ in Röbel hielt unserem provokanten Druck stand und servierte uns ungerührt, mit einer erstaunlichen Portion norddeutsch-spröden Charmes das Essen, das wir bestellt hatten. Selbst unser beliebter Kroketten-Test, unser letzter Trumpf im Ärmel, lief ins Leere.

Ein kleines emotionales Highlight gab es am Abend. Unseren Teilnehmern A.&A.R. wurde feierlich die Adam-Ries(e)-Ehrenmedaille am Band verliehen, für die erfolgreiche, vor allem aber schnelle Lösung der Gleichung 5 + 4. Das Ergebnis lautete: „etwa 11“ und war natürlich richtig. Für viele unter uns Anlass zur heimlichen emotionalen Fettverbrennung, der bekanntermaßen effektivsten Methode, überflüssige Pfunde loszuwerden.

Im Bungalow der Familie L. aus HH. waren inzwischen außerirdische Ameisen in großer Zahl eingezogen (Landung in Neustrelitz?). Da der Versuch einer gewaltfreien Kontaktaufnahme aber scheiterte und die Ameisen sich einer anständigen Einbürgerungsprozedur verweigerten, schlug das Imperium mit einem Staubsauger zurück. Zwei Überlebende.  

Veganer aufgepasst beim Rapsöl-Kauf

Eine Warnung an alle überzeugten Veganer in der Welt. Bei unserer Fahrt übers Land haben wir so viele Nandus in den zahlreichen Rapsfeldern gesehen, dass eine …nennen wir es „unfallfreie“ Ernte des Raps gar nicht vorstellbar ist. Deshalb sollte auf allen Rapsölflaschen demnächst der Hinweis stehen „Kann Spuren von Nandus enthalten“. Das jedenfalls wär ehrlich und fair.

Andererseits haben sich die Nandus vermutlich zeitlebens vegetarisch ernährt. Das haben sie nun davon!