img_0565

Erneut reizt und provoziert uns der Künstler mit einer plastisch gewordenen Botschaft, die wieder bedrohlich und tendenziell düster daher kommt. Genau im Kreuz der goldenen Schnitte prangt ein zylindrisch geformtes Etwas, das sich bei näherem Hinsehen als ein alter Baumstumpf entpuppt.

Um diese traurige Leiche eines Baums herum ranken sich verzweigte Wurzelstränge, die unregelmäßig in alle Richtungen weisen, die sich verzweifelt in der umliegenden Erde festklammern. So, als wollten sie das letzte Leben in jener hölzernen, verblassenden Leiche halten. So fliehen sie gleichsam vom Stamm weg, um gleichzeitig mit ihren gebrochenen Linien anklagend in Richtung des sterbenden Baums zu weisen.

Die Formensprache ist eine mutige Anleihe bei den alten römischen Bildhauern, die hier selbstbewusst zitiert werden. Gleichwohl scheinen die Farben und die Stimmung eher durch Paula Modersohn-Becker geprägt zu sein, insbesondere durch ihre späten Experimente mit Tier-Exkrementen.

Der Künstler offenbart uns die Widersprüchlichkeit alles Existierenden. Er gibt dem ewigen Zyklus von Sein und Verderben eine Bühne und eine klagende Stimme. Er zeigt das uns das alte Jing und Jang, den Himmel und die Hölle, den Trump und die Clinton.
Wir fragen uns unwillkürlich, ob es dieser Baum nicht verdient hätte, eines natürlichen Todes zu sterben? Wurde er tatsächlich nur entleibt, um in irgendeinem skandinavischen Möbelhaus als Exponat sein Dasein zu fristen? Mit seiner eigenen Todesanzeige daneben…

Unser Bestseller: Regal „Blömmkvist„, auch in Esche Echtholz erhältlich. Ab 39,99 EUR.

Wir bleiben zurück in Betroffenheit.