Der Urlaub in fernen Gefilden ist immer auch eine sehr gute Gelegenheit, das soziale Gefüge der Menschheit unter quasi-globalen Laborbedingungen wissenschaftlich zu analysieren.
Beginnen wir mit dem homo americus, dem gemeinen US-Amerikaner. Wir wollen unseren Freunden nicht Unrecht tun. Die meisten sind derart freundlich und zuvorkommend, dass es einem fast schon wieder auf den Sack geht. Ohne Uniform erscheinen sie vorwiegend harmlos.

Hier in Mexiko ist der Ami logischerweise sehr dominant, schon wegen der Nähe zum Heimat(-schutz)land. Von Atlanta bis hier sind es lächerliche 3 Flugstunden. Gleichwohl, der Amerikaner wäre vermutlich auch dominant, wenn er sich hier in der deutlichen Minderheit befände. Das angeborene Selbstverständnis als Mutterland der freiheitlichen Grundordnung ist allgegenwärtig, gepaart mit einem starken Sendungsbewusstsein, Selbstvertrauen ist mal definitiv nicht ihr Problem. „Ich Robinson, du Freitag!„.

Und stets die selben Aha-Effekte, wenn man sich im Gespräch als Deutscher zu erkennen gibt. Ja klar, wir sind ein bescheidenes, kleines Land, irgendwo hinter dem Atlantik. Popelige 80 Millionen Menschen , die sich um ein paar Hügel rund um Neuschwanstein drängeln, irgendwo dazwischen gute Autos bauen und einmal im Jahr in extra dafür aufgestellten Festzelten unseren Kummer über den verlorenen Krieg mit literweise Bier ersäufen. Genau. Das sind wir.
Manche wissen sogar noch, dass wir bei einer stets gut frisierten, aber sehr resoluten Dame aus Ostdeutschland schwer unterm Pantoffel stehen und finden das zum Piepen.
Wartet’s nur ab, liebe amerikanische Freunde, was euch demnächst blüht. Hinten ist die Ente fett. Hasta manana Gringos!

Die Einheimischen selbst sind meist von geringer Körperhöhe (eine direkte Folge der Evolution), was häufig in charmanter Weise durch mehr Körpervolumen kompensiert wird.
Ein für europäische Augen „normales“ Körpermaß scheint für eine erweiterte Karriere zu prädestinieren. Gegenüber Ausländern ist man jedenfalls ausgesprochen höflich und zuvorkommend, stellt doch der Tourismus einen nicht unerheblichen Wirtschaftszweig dar.
Mexico ist ein „Dritte-Land-Welt“, wie unser Reiseführer mehrfach betonte. Das ist bei einer Fahrt durch das Land, fernab der touristischen Hochburgen auch deutlich erkennbar. Selbst Kinderarbeit scheint an manchen Ecken noch Gang und Gäbe zu sein.

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