Mexico ist ein besonders lebenslustiges Land. Das spürt man an den Menschen, an den Tieren und selbst an scheinbar leblosen Dingen, wie zum Beispiel Steinen. Ja richtig gehört, an Steinen. Hier singen sogar die Steine! Die singenden Steine von Mexiko. El canto de piedra de Mexico. Weniger bekannt, als Tequila, in der Wirkung aber ebenso beeindruckend! Jedenfalls gibt es in unserer Hotelanlage ein paar davon und ich gehe davon aus, dass das nicht nur für uns Touries arrangiert wurde.

Singender Stein, dieser hier hat sich auf einheimische Folklore spezialisiert.

Singender Stein, dieser hier hat sich auf einheimische Folklore spezialisiert.

Da sollte man souverän über die eine oder andere Macke hinweg sehen, die der gemeine Mexikaner hat. Er liebt es offenbar, alles irgendwie zu regulieren und zu organisieren. Das merkt man schon bei der Anreise, hoch oben in der Luft, wenn es darum geht, gefühlte 10 Einreiseformulare und Zollformulare auszufüllen. Es geht im Kern darum, dass der Einreisewilllige respektiert, dass er sich anständig zu verhalten hat. Was dann tatsächlich im Formular steht, ist zweitrangig. Ich habe es probiert. In meinem Formular steht bei Nationalität „SBZ“ für Sowjetische Besatzungszone. Mal sehen, wie die Ausreise funktioniert.
Am Flughafen selbst sprang ein zu allem entschlossener, selbstloser Beamter mitten in den Strom der übermüdeten, unterzuckerten Reisenden und rief „Passport!“, schaute sich pflichtbewusst die Hüllen der Dokumente an und winkte uns dann mit ernster Miene durch.
Selbst bei uns im Hotel läuft es deutscher als bei uns in Deutschland. Beim Essen geht nix ohne korrekte Anmeldung. Heißt konkret: Zimmernummer, Name, Titel und sexuelle Vorlieben. Gestern waren wir in der Absicht unterwegs, ein gepflegtes Frühstück einzunehmen. Nachdem wir alle korrekten Angaben gemacht hatten, fragte die Hotelangestellte „Lunch?“. Ich sagte wahrheitsgemäß „No, just breakfast please“. „Ok Mr. Breakfast, please come with me“. Erst später wurde uns klar, dass die Dame lediglich nach der korrekten Aussprache unseres Familiennamen gefragt hatte. Pech gehabt. Jetzt sind wir die Eheleute Breakfast, geschrieben Lange.