_MG_0842.JPG…denn den Zorn des Sonnenkönigs bekommt der zu spüren, der sich ungebührlich benimmt und den Sonnenkönig rügt oder gar beschimpft. Das umso mehr, wenn es um weltliche Dinge wie etwa die Anzahl bestellter Brötchen geht. So geschehen Samstag, 09.Mai 2015 zu Wustrow. Mehr dazu später.

Unser aller Sorge um das Bruttosozialprodukt zum Trotze waren viele Familien bereits am frühen Nachmittag angereist. Seminargruppentreffen ist eben nur einmal im Jahr. Auffallend früh die Anreise der Familie P. aus A., ein Hinweis auf neue Spielräume in der Freizeitgestaltung mit Schwerpunkt Freitagnachmittag?

Ob es an den überaus schmackhaften Thüringer Würsten und dem Super-Samstag-Fleisch liegt, dass unser Treffen einen zunehmenden frischen Jugendherberge-Charakter erhält, muss offen bleiben. Die anwesenden Nachwuchskräfte jedenfalls üben einen inspirierenden und belebenden Einfluss auf unsere Truppe aus. Dass dadurch der Blutwurz schneller versiegt als sonst, ist eine verschmerzbare Randepisode.
Ich vergebe hiermit einen weiteren Michelin für alles, was den Grill unter der akribischen und fachgerechten Zubereitung durch den GvD verließ. Diverse Fischlein aus dem Plätlinsee begaben sich freiwillig in die Gefangenschaft, nur um selbst in den Genuss von Uwes Grillkünsten zu kommen. Selbst schnöde Fabrikwürste werden unter den Händen und der Zange des Meisters zu Gourmet-Happen veredelt.

_MG_0845.JPG

Der SK stellt seine Mitarbeiter zur Rede

Zu einem echten Eklat kam es am Samstagmorgen: In einer an sich schon sehr sensiblen Situation (Frühstück) traten Versorgungsengpässe aufgrund altersbedingter Fehldisposition durch den SK auf. Im Klartext: Es waren zu wenige Brötchen da. Die Folge waren spontane Unterzuckerungen bei einigen Reiseteilnehmern, was wiederum zu partieller Unterversorgung der Hirne führte. Anders ist jedenfalls nicht zu erklären, warum der Mob seine Wut auf den SK richtete! Wozu solche frevelhaften Disziplinverstöße führen können, bekamen wir am späten Nachmittag eindrucksvoll demonstriert. Erst intensive, nachträgliche Huldigungen an den SK konnten dessen Zorn besänftigen. Bei einer kurzfristig einberufenen „Lessons learned“ wurden die Vorfälle offen angesprochen und ausdiskutiert. Abends, nach einigen Kannen Wein war alles wieder im Lot und alle hatten sich wieder lieb. Gerade nochmal gut gegangen!

Wir lernen: Der SK hat immer Recht. Es ist nebensächlich, wie viele Brötchen für über 20 Menschen reichen sollen. Im Zweifel muss das Brot gebrochen werden.

Gelernten Christen sollte das Motiv bekannt vorkommen. Beim nächsten Treffen werden wir erfahren, wie man Wasser zu Blutwurz verwandelt.

Die wunderbare Welt des Sports

Endlich war auch der Volleyballplatz wieder frequentiert. Junge, gut gebaute Sportler und Sportlerinnen ohne latentes Risiko für Muskelverletzungen und ein älterer Herr gaben sich unbekümmert dem Sport hin. Aufgrund der in Summe besseren Voraussetzungen musste sich die ehrgeizige Familie K. aus B. gegenüber den Hamburger Sportlern geschlagen geben. Die parallelen Verbalgefechte endeten jedoch unentschieden.
Am folgenden Morgen war die Auslaufparade zweier stolzer Kanus zu beobachten. Bei ruhiger See nahmen sie Kurs auf die Mitte des Sees, um nach und nach am Horizont zu verschwinden.
Die zurückbleibende Menge an Land löste sich nach einiger Zeit wieder auf.

Kultur

Die PegiPa (Patriotische Europäer gegen irrationales Paddeln) hatte sich basisdemokratisch für einen Ausflug nach Waren a.d. Müritz entschieden. Wie bereits im letzten Jahr war es dem RL erneut gelungen, anlässlich unseres Besuches ein bezauberndes Hafenfest zu organisieren. Zünftige Musik und ein bunter Blumenstrauß fröhlicher Menschen erwartete uns. Als wir an der Hauptbühne vorbeikamen, spielte das international bekannte Günter-Koslowski-Quintett gerade den Welthit „Atemlos am weißen Strand von Kühlungsborn“.

Zufall oder Berechnung? Parallel fand der populäre Warener Autosalon statt, Europas zweitgrößte Automesse. Hier zeigten lokal-globale Automotive-Player ihre brandneuen Modelle mit blitzenden Karosserien und boten reihenweise Sonderrabatte und faire Konditionen für jeden Geldbeutel. Gleichwohl, niemand von uns ließ sich zu einem Spontan-Kauf hinreißen.

„Als wir in Waren waren, waren wahre Warener zugegen. Wären weniger wahre Warener zugegen, wären wir wahrhaftig nicht in Waren gewesen.“ (unbekannter Waren-Besucher, 2015)

Gastronomie

Nach der zuletzt enttäuschenden Inspektion des „Löwen“ in Strasen brauchten wir in diesem Jahr dringend ein Erfolgserlebnis. Also keine Experimente, sondern Rückgriff auf solide Basis-Gastronomie. Die „Hafenbar“ in Waren wurde per Zufall nominiert und bestand die Prüfung mit einem guten Gesamtergebnis:

Kriterium / DisziplinBewertungErgebnis / Punkte
Plötzliches Eintreffen von 15 neuen Gästen Die Freude über neuen Umsatz und Angst vor zusätzlicher Arbeit halten sich die Waage. Positiv: Uns wurde ein Platz angeboten. 3 / 5
Komplizierte Bestellung mit exotischen Sonderwünschen (Kroketten!)Hier gab es durchaus erkennbare Hilfsbereitschaft, allerdings fehlende Abstimmung mit der Küche. 2 / 5
Synchrones Ausliefern der SpeisenErste Schwächen. Wir hatten uns nicht als homogenes Team zu erkennen gegeben. In der Einzeltisch-Betrachtung aber ok. 3 / 5
Freiwillige Nachlieferung von Getränken, Beilagen etc., - die hohe Schule des ServiceErhebliche Defizite. Erst nach deutlicher Ansprache mehr Engagement.1 / 5
Künstlich erzeugte Komplikation. Kunde will essen, hat jedoch nichts bestelltSouverän gemeistert5 / 5
Konsistenz, Geschmack, Optik. Allgemeine Qualität des EssensHier handelt es sich offenbar um die zukünftige Kernkompetenz des Hauses.4 / 5

In Summe 18 von 30 möglichen Punkten. Note 3- . Es geht aufwärts!

Bauchumfang

In diesem Jahr gelang erneut eine vollumfängliche Messung aller zugelassenen Teilnehmer unter notarieller Aufsicht mit amtlich geeichtem Maßband.
Messer, der uns in den letzten Jahren diverse Male entwischt war, wollte wieder ungemessen abreisen. Er wurde einer Zwangsmessung unterzogen. Mit 106,25 cm im arithmetischen Mittel haben wir den höchsten Wert seit 2007 erreicht! Das spricht für eine insgesamt gute Ernährungslage und gebietet dem zuletzt festgestellten Abwärtstrend Einhalt. (siehe separater Beitrag dazu)
Über eine sinnvolle Messmethode für die anwesenden Damen konnte keine Einigung erzielt werden.